impressum 

HornemanRecherche

Rolf Schulte: Hildesheimer Miszellen
HOME


Friedrich Hornemann erkundete gegen Ende des 18. Jahrhunderts im Auftrag der Londoner African Association Karawanenrouten und Landschaften in Nordafrikas. Nach Durchquerung der Sahara starb er, vermutlich  in Bokane (Republik Niger), 1801 / 1802

In seiner Geburtsstadt  (Hildesheim) wurde 1896 eine Strasse nach ihm benannt. Nationalstolz machte ihn zum "ersten deutschen Afrikaforscher". Dann folgten seit Mitte des 20. Jahrhunderts sachlichere Aussagen von Autoren, die nichts wesentlich Neues publizieren konnten. Eine öffentliche Diskussion führte 1997 zu einer Neuerscheinung des sogenannten Hornemann-Tagebuchs und regte zu einer Reihe von Symposien an den Universität Hildesheim an. Dabei verlagerten sich bis 2005 die behandelten Themen vom Leben und Werk Hornemanns mehr und mehr auf die aktuelle Situation jener Gebiete, die Hornemann einste bereiste oder sich als Reiseziel setzte. 

In den Jahren 1998 bis 2004 befaßte sich sich die Uni-Hildesheim im Rahmen vier Symposien mit F.K. Hornemann. Gleichwohl  blieben Fragen der Hornemann-Forschung bisher unberücksichtigt. Beispielsweise seine Stellung vor dem Hintergrund der europäischer Afrikaforschung der präkolonialen Zeit. Deren Bedeutung bezüglich der Geschichtsschreibung von afrikanischen Staaten und Ethnien wurden nur angeschnitten.

Eine Zusammenstellung des zum Thema Hornemann gehörenden zugänglichen Quellenmaterials ist noch zu leisten. Sie könnte die Basis für neue Ansatzpunkte bieten. Eine besondere Bedeutung wird der bisher unpublizierten Edition Hornemann-Briefe zugemessen.






Der Hornemann-Recherche sollen mir vorrangig handschriftliche Dokumente dienen, danach erst edierte Schriften des 19. Jahrhunderts. Dazu zählen beispielsweise jene Brieftexte, die im so genannten Tagebuch Hornemanns Eingang fanden. Zweitrangig werden einige der veröffentlichten Beiträge von Hornemanns deutschen Zeitgenossen bewertet.  Dennoch sollen sie in eine geplante Quellensammlung aufgenommen werden.

Wie bei jeder Recherche gelangt viel mehr in den - wie immer gearteten - Zettelkasten, als nach vielfachen sortierenden Durchsichten für die Auswertung nützlich erscheint. Der Fragenkatalog, anfänglich wenig differenziert aber umfangreich, wird nach und nach spezieller. Schließlich kristallisieren sich Punkte heraus, von denen eines Tages manche eine klärende Antwort finden, denn die Quellenlage der Hornemann-Forschung, - den seitens der Uni-Hildesheim eingeführten Begriff zu verwenden, sei mir erlaubt - ist bisher nur ansatzweise erarbeitet.

Die Quellenlage ist nicht so dürftig, wie die deutschen Ausgaben, des Hornemann-Tagebuchs, einschließlich der 1997 erschienenen Neuausgabe, glauben machen. Bereits das 1964 von BOVILL in einem größeren Zusammenhang herausgegebene Tagebuch, zeigte eine Vielzahl von Quellen auf. Seinen Hinweisen folgend, konnte ich Handschriften in Archiven in England und aussereuropäischen Staaten auffinden und anhand von Kopien auswerten.

Leider blieben mir zwei wichtige Archive unzugänglich. Ihre Beständig zu nutzen verlangt örtliche Präsenz.  in einem Fall zusätzlich einen gehobeneren Status, als mir wohl kaum zuerkannt würde. 
Deshalb gebe ich mich vorerst mit Teilergebnissen zufrieden und führe im folgenden mir zugängliche relevanten Quellen chronologisch an.

   Schriftdokumente:




Kirchenbücher
Matrikel
Handschriftliche
und gedruckte Texte
Tagebuch
     Familien:

Hornemann
Crome
    Hornemanns Beweggründe:

Berufsaussichten
Neigungen
    Literatur:


    Fragen:


       









 Welche ?   


Kirchenbücher 




In Vorträgen und in seiner Veröffentlichung über einen frühen Beitrag der deutschen Afrikaforschung wandte sich PAHDE in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts brieflich an den Superintenden Eduard Hahn in Hildesheim (1). Ihm ging es darum, Hildesheim oder Alfeld als Geburtsort Hornemanns zu verifizieren. Mitteilungen über einen Eintrag im Taufregister von St. Andreas in Hildeheim lieferte ihm Klarheit.  

(1) Adolph Pahde, Der erste deutsche Afrikaforscher, Fr. K. Hornemann, geb. 1722, gest. 1801, Sammlung gemeinverständlicher wissenschaftlicher Vorträge. N.F. 222, Hamburg 1895, S. 14 u. 42




Das Kirchenbuch blieb erhalten und ein Eintrag des Jahres 1772 besagt:
"Den 20. September ließen Herr Friedrich Georg Hornemann, Erster Prediger bey hiesiger Hauptkirche, einen Sohn im Hause taufen, mit Namen Friedrich Conrad. Die Gevatterschaft vertrat die Frau Pastorin Fasius im Namen des Herrn General-Superintendenten und Consistorialraths Kromen in Alfeld und des Herrn Bürgermeisters Lunden in Hannover." (2)

(2) Kirchenbuch St. Andreas zu Hildesheim 1756-1808, zusammengebunden Getraute / Begrabene, 350, Nr. 108 des Jahres 1772, Ev. Kirchenbuchamt Hildesheim




Die Taufe fand also im Hause der Eltern statt. Daß die Familie Hornemann  in Hildesheim 'An der Schmiedestraße' wohnte, geht aus Kirchenbucheinträgen der Jahre 1787 und 1787 hervor. Bei der Schmiedestrasse handelt sich um die spätere 'Altstädter Schuhstrasse'. Dort, nahe der Andreaskirche auf dem Grundstück des Geburtshauses von Friedrich Konrad Hornemann, stand bis 1945 die im neugotischen Stil errichtete Superintendantur,  (Schuhstrasse 29).
Hornemanns genaues Geburtsdatum bleibt fraglich. Die Formulierung im Kirchenbucht spricht aber für die Annahme, daß die Taufzeremonie bald nach der Geburt, also am Wochenbett der Mutter vollzogen wurde. Auf einen feierlichen Taufakt in St. Andreas im Beisein der Paten wurde offenbar verzichtet, aus welchen Gründen auch immer.




Die Vertretung der namentlich im Kirchenbuch genannten Taufpaten übernahm die "Frau Pastorin Fasius".(3)
Von den beiden Paten ist uns nur der Superintendent bekannt. Es handelt sich um den Großvater des Täuflings, Friedrich Andreas Crome (1705-1778) aus Alfeld. Der erwähnte Bürgermeister aus Hannover gibt Rätsel auf. Denn der Familienname Lunden (oder ähnliche Schreibweise) läßt sich in Hannover zwar weit zurück verfolgen. Ende des 18. Jahrhunderts ist Lude dort nachweisbar(4), allerdings nicht als hannoversches Ratsmitglied.
Eine Beziehung zwischen Hornemann und dem 1799 von Bremen nach Göttingen (stud. theol.) Heinrich Luden konnte nicht nachgewiesen werden.
(3) Henriette Sophie Fahse, geborene Kuckuk, seit 31.7.1740 Ehefrau des Pastors August Christian Fahse (Fahsius). Er stammt aus Clausthal, war von 1738 - 1749 Pastor an St. Andreas in Hildesheim und wurde 1759 Ratsprediger. Die Einwohnerlisten der Altstadt Hildesheim verzeichnen seinen Namen 1760/62 . Er starb 1772, im Geburtsjahr von Friedrich Konrad Hornemann.

(4) Georg Wilhelm Lude aus Hannover schreibt sich am 9. Mai 1789 in Göttingen für ein Studium der Rechtswissenschaft ein.




Möglicherweise bietet ein Schreibfehler die Erklärung. Mit Luden könnte Suden  gemeint sein. Eine Elisabeth Christiane Suden (*1734 †1808) wurde 1761 von Ernst Anton Heiliger(*1729 †1803) geehelicht und der hielt von 1776 bis 1798 das Bürgermeisteramt in Hannover inne. (5)





(5) Die Klärung der Frage nach der gesellschaftliche Stellung des Paten gewinnt an Bedeutung, sobald die Finanzierung von Hornemanns Studium in Göttingen und seine Anstellung als Lehrer in Hannover ins Blickfeld rückt.


Den Superintendenten Crome nennt das Kirchenbuch von St. Andreas auch anläßlich der Eheschließung von Hornemanns Eltern, und zwar als Brautvater.


"Dominica 3 und 4 post Trinitatis ließ sich Herr Friedrich Georg Hornemann, Pastor zu Sankt Andreas hieselbst, mit Jungfer Catharina Dorothea Juliana Cromen, des Herrn Friedrich Andreas Cromen, hochfürstlich-hochstift-hil­des­hei­mi­schen Consistorialraths und General-Superintendenten in Alfeld eheleibliche jungfer Tochter proclamiren. Die Copulation ist zu Alfeld vollzogen." (6)





(6) Der dritte und vierte Sonntag nach dem Trinitatis-Fest, dem ersten Sonntag nach Pfingsten, fiel 1765 auf den 6. bzw. 14. Juli.

Kirchenbuch St. Andreas zu Hildesheim 1756-1808, zusammengebunden Getraute / Begrabene, 350, Nr. 42 des Jahre 1765, Ev. Kirchenbuchamt Hildesheim.


Die, im Wohnort der Braut, in Alfeld geschlossene Ehe wurde der Kirchengemeinde des Bräutigams und Pastors von St. Andreas zu Hildesheim bekannt gemacht; sie wurde abgekanzelt.




-------------------------------------------------------------------------------------
Die folgenden Abschnitte ist nicht abgeschlossen.
------------------------------------------------------
 Ich bitte um Ihre Geduld. <TOP>



Matrikel
In die Göttinger Matrikel des 18. Jahrhundert schrieben sich mehrere  Studenten mit dem Namen Hornemann ein, daruter der spätere Afrikareisende Friedrich Konrad Hornemann [Dok-Nr.1791.05.10]
und dessen Vater Friedrich Georg Hornemann [Dok-Nr. 1748.10.24]

Aus der Edition SELLE exzerpierte Einträge der Jahre 1748 bis 1797 zeigt Ihnen
Matrikel.pdf (46KB).


Die als Dok-Nr. gekennzeichneten Signaturen beziehen sich auf eine in meinem Arbeitsunterlagen benutzte Nummerierung.


SELLE, Götz von (Hrsg.), Die Matrikel der Georg-August-Universität zu Göttingen 1734-1837,
Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, 9, Hildesheim, Leipzig 1937
Handschriftliche und gedruckte Quellen
Chronologische Anordnung:


<TOP>
Tagebuch
Die 1802 in London erschienene Ausgabe  finden Sie hier:

Allgemein werden unter Hornemanns Tagebuch eine zuerst von der African Association veröffentlichte und später ins Deutsche und Französiche übersetzte Publikationen verstanden. Sie basieren auf Berichte, die Hornemann an seine Auftraggeber in London sandte.


Was in dem jetzigen Zeitpunct, in den Tagen des außerordent-
­lichsten Krieges
und mitten unter Revolutionen, deren Ende nicht abzusehen ist, doch noch die cultivirte Welt sehr interessiren wird, muß von ganz besonderer Art seyn. Dazu gehört unstreitig die An­kunft eines Schottländers, Namens Mungo Parke [sic], aus Africa in England.
PlatzhalterDieses Zitat erweckt den Eindruck eines noch sehr geringen Bekanntheitsgrads von einem der erfolgreichsten Forschgungsreisenden der African Association. Nicht einmal die Schreibweise seines Namens scheint bekannt gewesen zu sein – kein Wunder. Park war beim Erscheinen der zitierten Nachricht erstseit  wenigen Monaten, nämlich seit Ende Dezember 1797  in London angekommen.

J.W. von Archenholz,
der Herausgeber der Zeitschrift aus der hier  zitiert wird, beklagt denn auch die spärliche Bereitschaft der Afrikanischen Gesellschaft Information preiszugeben. Zwar seien für die Mitglieder der African Association  pomphaft gedruckte Quart-Bütten“ in geringer Zahl ausgegeben worden, Außenstehende bekämen sie jedoch „nur durch Glückfälle zur Ansicht“. (1)

 




<TOP>

TOP
HOME

© Hildesheim 2004,
Dipl. Des. Rolf Schulte
NEXT
PREV.
STAND 17.MRZ.2008